Long Covid kann Ursache für Erektile Dysfunktion sein

25.05.2021

Das Coronavirus greift nicht nur die Lunge, sondern auch anderes Gewebe an. Als Folge einer Erkrankung können auch Erektionsprobleme auftreten. US-Forscher konnten Corona-Partikel im Penis-Gewebe nachweisen.

Noch ist wenig über die Langzeit-Folgen einer Erkrankung am Coronavirus bekannt. Klar ist, dass das Virus heftige Schäden an der Lunge und Niere anrichten kann – aber auch überall sonst, wo es im Körper Blutgefäße gibt. So kann ebenfalls der Penis von Long-Covid betroffen sein.

Die Wissenschaftler berichten, dass ihre aktuelle Pilotstudie zeigt, dass Covid-19 eine weit verbreitete endotheliale Dysfunktion in Organsystemen jenseits von Lunge und Niere verursachen kann. Demnach können die Funktionsstörungen der Blutgefäße, die aus einer Corona-Infektion resultieren, auch zu Erektionsstörungen führen, wenn der Penis nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt wird. Die Studie zeigte, dass Männer, die zuvor nicht über erektile Dysfunktion klagten, nach Beginn der Covid-19-Infektion eine signifikante erektile Dysfunktion entwickelten. Dazu untersuchten die Forschenden das Penisgewebe zweier Patienten, die sich aufgrund von Erektionsstörungen einer Penisprothesen-Operation unterzogen. Vor ihrer Corona-Erkrankung hatten die beiden Männer normale Erektionen. Nun zeigte sich, dass Corona-Partikel im Penisgewebe beider Patienten nachgewiesen werden konnten.

Männer, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, sollten sich darum bewusst sein, dass erektile Dysfunktion eine Nebenwirkung des Virus sein könnte, so die Autoren der Studie. Eine parallel veröffentlichte Studie der Universität Rom unterstreicht die Untersuchungen des amerikanischen Teams. Demnach tritt eine erektile Dysfunktion bei Corona-Patienten signifikant häufiger auf als bei Personen, die sich nicht mit dem Virus infiziert haben.

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https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33988001/