Analytik von miRNAs und piRNAs aus Urin erleichtern die Diagnostik von Prostatakrebs

25.03.2021

Um ein Prostatakarzinom (PCa) sicher zu diagnostizieren und von der ebenfalls häufigen benignen Prostatahyperplasie (BPH) zu unterscheiden, ist oft nch eine transrektale Stanzbiopsie notwendig. Dieses Verfahren ist nicht nur schmerzhaft, sondern birgt auch diverse weitere Risiken. Forscher der Universität Witten/Herdecke haben nun die Grundlage für ein neues Verfahren entwickelt, bei dem anhand kleiner Erbgutfragmente aus Urin zwischen den beiden Erkrankungen unterschieden werden kann.

 

Bei dem Verfahren werden Micro-RNAs (miRNA) und piwi-interacting-RNAs (piRNAs) aus geringen Mengen einer Urinprobe gewonnen und vervielfältigt. MiRNAs und piRNAs regulieren Transkription und Transport von Gen-Informationen. Mit Hilfe von Next-Generation-Sequencing können die RNA-Fragmente in spezialisierten Laboren schnell und präzise ausgelesen werden. Es gibt Hinweise, dass RNA-Abschnitte auch an Entstehung und Krankheitsverlauf des PCa beteiligt zu sein. Die Forscher analysierten RNAs aus über 2.500 Proben und konnten ein Muster darin entdecken. Dafür wurden auch bioinformatische Algorithmen des maschinellen Lernens programmiert, die selbstständig die Daten durchforsteten. Ändert sich die Zusammensetzung im Urin, spricht das scheinbar für oder gegen einen Prostatakrebs. Neben PSA-Wert und Biopsie-Auswertung könnte die RNA-Analytik aus Urin ein hilfreiches Diagnosekriterium in der Uropathologie darstellen.

 

Die schmerz- und risikofreie Untersuchungsmethode hätte offensichtliche Vorteile für Patientensicherheit und -komfort. Die Forscher freuen sich über die deutlichen Ergebnisse ihrer Untersuchung und hoffen, dass hoffen, die neue Methode in die klinische Anwendung überführen zu können. Weitere Forschung an größeren Patientengruppen sei aber vorab notwendig, um die bisherigen Arbeiten zu bestätigen. Darüber hinaus ist die Entwicklung eines klinischen Test-Kits auf Basis der Daten ein wichtiges Ziel. Dafür hoffen die Forscher auf interessierte Partner aus der Industrie oder ein versiertes Start-Up-Unternehmen.

 

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https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33760831/