German Biobank Alliance (GBN): Deutsche Zentrale für QM und Harmonisierung von Biobanken

07.01.2021

Biobanken spielen eine wichtige Rolle für die biomedizinische Forschung: Sie stellen Bioproben in hoher und vergleichbarer Qualität sowie die zugehörigen Daten schnell zur Verfügung. An der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist die Dachorganisation der deutschen Biobanken angesiedelt: der German Biobank Node (GBN). Seit Gründung im Jahr 2017 ist hier ein leistungsfähiger Verbund aus 20 akademischen Partner-Biobanken entstanden: die German Biobank Alliance (GBA). Koordiniert durch den GBN harmonisieren die Partner ihr Qualitäts-management und vernetzen sich über eine gemeinsame IT-Infrastruktur. Das BMBF fördert den German Biobank Node (GBN) für weitere drei Jahre mit 3,5 Mio. €.

 

Blut, Gewebeproben, isolierte Zellen oder extrahierte DNA: Rund 22 Millionen menschliche Bioproben lagern in den Biobanken der German Biobank Alliance (GBA) und beständig kommen neue hinzu. Die Biobanken verarbeiten diese Proben und stellen sie für die Grundlagen-forschung, für alle Phasen der Arzneimittel- und Therapieentwicklung sowie für die Entwicklung und Prüfung von Diagnostika bereit. Die Sammlungen bieten für zahlreiche Forschungsdisziplinen eine Grundlage.

 

Für verlässliche Forschungsergebnisse ist die Qualität von Bioproben und ihrer zugehörigen Daten von größter Bedeu-tung. Deshalb hat der GBN innerhalb der Biobanken-Allianz gemeinsame Qualitätsstandards etabliert und bildet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Biobanken weiter. Mit dem sog. „Sample Locator“ hat der GBN außerdem ein Online-Tool geschaffen, das eine Suche von zentraler Stelle nach Proben und Daten über zahlreiche Biobanken hinweg erlaubt.

 

Der GBN und die Medizininformatik-Initiative (MII) planen für die kommenden Jahre eine enge Kooperation. In einem gemeinsamen Projekt führen die Partner die IT-Strukturen von GBN und MII dichter zusammen und schaffen eine bundesweit einheitliche, datenschutzkonforme Plattform, die Forschungsdatensätze speichert und bereitstellt. Diese werden sowohl klinische Daten, Bilddaten, als auch Daten zu Bioproben beinhalten und sie multizentrisch, patientenbezogen und pseudonymisiert vereinen. Daneben arbeiten die Forscher auf europäischer Ebene mit der Biobanken-Organisation BBMRI-ERIC zusammen, deren nationaler Knoten der GBN bereits seit 2013 ist.

 

Um die Position des GBN in der Forschungslandschaft weiter zu festigen und eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, wird die Dachorganisation der deutschen akademischen Biobanken im Jahr 2024 im Berlin Institute of Health (BIH) verstetigt. Mit dem German Biobank Node gewinnt das BIH einen starken Partner, mit dem wichtige nationale und internationale Aufgaben wahrgenommen werden können.

 

Weitere Informationen:

www.bbmri.de 

www.bbmri.de/ueber-gbn/german-biobank-alliance 

https://samplelocator.bbmri.de 

www.medizininformatik-initiative.de