Hochreine frei zirkulierende DNA aus Liquid Biopsies

07.01.2021

Unter einer „Liquid Biopsy“ versteht man die Probeentnahme und Analyse von flüssigem Gewebe, hauptsächlich Blut, aber auch von Urin. Dieses Verfahren hat den Vorteil gegenüber einer Gewebeprobe aus festem Gewebe leicht und mit minimaler Belastung von Patienten durchführbar zu sein. Die Liquid Biopsy ist u.a. von zentraler Bedeutung für die Diagnose, Prognose und Therapie verschiedener metastasierender Tumorerkrankungen. Weitere Anwendungsgebiete der Liquid Biopsy finden sich auch in den Bereichen der Regenerativen Medizin und der Altersforschung.

 

Düsseldorfer Forscher stellen aktuell eine neue methodische Verbesserung dieser Liquid Biopsy vor. Das neue Verfahren löst ein wesentliches Problem dieser inzwischen weltweit verbreiteten Analytik: die Gewinnung von frei zirkulierender DNA in höchstmöglicher Reinheit ohne Verunreinigungen mit unerwünschter DNA, z.B. während des Präparationsprozesses aus beschädigten Zellen.

 

Erstmals konnten die Düsseldorfer Forscher*innen die in der Gewebsflüssigkeit befindliche, frei zirkulierende DNA nun von anderen DNA-Anteilen des peripheren Blutes vollständig trennen. So wurde es möglich, ihre tumor- und alterungscharakteristische epigenetische Signatur, d.h. die epigenetischen Informationen, ohne jegliche störende Kontamina-tion durch andere Nukleinsäure-Anteile analysieren und nutzen zu können.

 

Die Epigenetik umfasst Mechanismen, die in Folge der Einwirkung äußerer Umwelteinflüsse (Nahrungsmittel, Klimafaktoren, UV-Strahlung, Stress, Medikamente, Chemikalien, Toxine etc..) eine Anpassung bzw. eine schädliche Veränderung der Regulation unserer Gene bewirken können. Der verbesserte Nachweis der gestörten Epigenetik der sich in großer Zahl in unserer DNA befindlichen genetischen Elemente könnte als Biomarker vielseitig Anwendung finden, sowohl zum Monitoring von Alterungsprozessen und der Lebensgewohnheiten aller Menschen, als auch zur Kontrolle der Erhöhung der alterungsbedingten Anfälligkeit für Krebserkrankungen.

 

Weiterlesen:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33335196/