RANKL – mögliches Target zur medikamentösen Hemmung von Knochenmetastasen

14.12.2018

Knochen- und Krebsspezialisten aus Essen und Dresden haben im Rahmen einer Studie zwei Biomarker des Knochenstoffwechsels identifiziert, mit denen sich der Verlauf einer Brustkrebserkrankung über einen Zehnjahreszeitraum besser vorhersagen lässt. Das Forscherteam erhofft sich davon eine präzisere Risikoeinschätzung, aus der sich jeweils personalisierte Therapien mit dem Ziel ableiten lassen, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern.

Das Entstehen von Knochenmetastasen als schwerwiegende Spätkomplikation vieler Tumorerkrankungen lässt sich bisher nur schwer vorhersagen. Diesem Problem gingen Ärzte und Biologen in einer Studie nach, in die insgesamt 509 Patientinnen mit lokal begrenztem, noch nicht metastasierten Brustkrebs einge-schlossen wurden. Mit RANKL und OPG bestimmten die Forscher zum Zeitpunkt der Operation zwei Proteine im Blut. Diese beiden Biomarker sind aus dem Knochen-stoffwechsel bekannt, wo sie die Knochen abbauenden Osteoklasten regulieren. Zudem wurden zeitgleich in das Knochenmark verstreute, disseminierte Tumor-zellen (DTC) analysiert.

Die Studie ergab, dass ein hoher RANKL-Spiegel vor allem bei Patientinnen mit nachgewiesenen DTC auftritt und ein fast fünffach erhöhtes Risiko für das spätere Auftreten von Knochenmetastasen anzeigt. Bereits einige wenige Tumorzellen im Knochenmark hinterließen bereits deutliche Spuren bei diesen Biomarkern, so die Forscher. Mit RANKL und OPG ließe sich das Knocheninnere und somit die mögliche Ausbreitung von Metastasen besser einschätzen. Eine frühzeitige Analyse der beiden Biomarker und die Bestimmung von DTC könne die Vorhersage für das Auftreten von Knochenmetastasen bei Brustkrebs-patientinnen deutlich verbessern.

Bevor aber routinemäßig Bluttests im klinischen Alltag eingesetzt werden könnten, seien weitere Untersuchungen zur Validierung der vorliegenden Ergebnisse nötig. Da man mit Denosumab bereits über einen Antikörper gegen RANKL in der medikamentösen Therapie der Osteoporose verfüge, ergäbe sich daraus eine interessante Therapie-möglichkeit auch für eine Hoch-Risiko-Gruppe für Knochenmetastasen, so Lorenz Hofbauer, Sprecher des nationalen Schwerpunktprogramms µBONE der DFG, das seit 2018 Mechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumorzellen erforscht, um daraus neue Ansätze zur Prävention und Therapie von Knochenmetastasen zu entwickeln.

Die Ergebnisse dieser Studien sind nicht zuletzt auch für urologische Tumoren interessant, die, wie das Prostatakarzinom, mit einem erhöhten Knochenmetastasierungsrisiko einhergehen.

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30425091