Inaktiver RIG-I Rezeptor verhindert Immun-Checkpoint-Inhibition

14.10.2019

Immuntherapien haben als Ziel, das Immunsystem so zu beeinflussen, dass es wieder eigenständig gegen Tumore kämpft. Die inzwischen bekannten Checkpoint-Inhibitoren sind Wirkstoffe, die bereits klinisch eingesetzt werden. Sie wirken allerdings nur bei gut einem Drittel der Erkrankten. Einen der Gründe, warum das so ist, zeigte nun ein Münchener Forscherteam anhand von Mausmodellen und an menschlichen Gewebeproben: Ein inaktiver RIG-I Rezeptor in den Tumorzellen verhindert, dass die Checkpoint-Inhibitoren das Immunsystem wieder aktivieren können.

RIG-I ist ein Rezeptorprotein, das eigentlich bei der Virenabwehr eine Rolle spielt. Die Forscher erkannten jetzt aber, dass es auch bei der Kontrolle von Tumoren eine entscheidende Wirkung hat. In unterschiedlichen Mausmodellen für Haut-, Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs konnten sie zeigen, dass Tumorzellen, bei denen RIG-I aktiv war, sehr viel besser auf Therapien mit Checkpoint-Inhibitoren anschlugen als Mäuse, bei denen RIG-I im Tumor inaktiv war. Ein großer Vorteil war, dass es bereits einen Wirkstoff gibt, der RIG-I aktiviert und in ersten klinischen Studien am Menschen getestet wird. Das Team setzte ihn in Mausmodellen erfolgreich ein: Mäuse, die den Wirkstoff erhielten schlugen wieder deutlich besser auf die Therapien an.

In einem nächsten Schritt untersuchten sie an rund 450 Gewebeproben von Hautkrebspatientinnen und -patienten, inwie-weit sich die Aktivität von RIG-I in ihren Tumorzellen rückblickend auf die Lebenserwartung ausgewirkt hatte. War in den Tumorzellen der Erkrankten RIG-I aktiv, hatten sie trotz des Tumors deutlich länger gelebt. In 20 getesteten Personen konnte das Wissenschaftlerteam nachweisen, dass Therapien mit Checkpoint-Inhibitoren bei diesen auch besser anschlugen.

Die Wissenschaftler wollen ihre Ergebnisse bald in größeren Patientenstudien bestätigen. Wir hoffen, dass wir RIG-I vielleicht auch als Marker einsetzen können, um vorauszusagen, wie gut ein Patient auf eine Therapie ansprechen wird, so die Forscher. Zudem wollen sie in weiteren Mausmodellen Wirkstoffe testen, die den RIG-I-Signalweg aktivieren und den Einfluss bei zusätzlicher Gabe von Checkpoint-Inhibitoren untersuchen.

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31519811