miRNAs als therapeutische Tools in der Behandlung des Prostatakarzinoms

07.04.2020

Ein Forscherteam aus Erlangen und Leipzig hat im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes die Beziehung zwischen bestimmten Signalmolekülen und Zielproteinen im Prostatakarzinom untersucht. Im Zentrum der Studie standen MicroRNAs, also kleine RNA-Moleküle, die selbst keine Information zur Proteinherstellung tragen, aber in der Lage sind, andere RNAs, die Informationen tragen, zu regulieren und damit ganze Signalwege zu beeinflussen.

 

Die Wissenschaftler wendeten eine innovative Nachweistechnik an, die auf der gleichzeitigen Markierung von RNA-Molekülen und Proteinen mithilfe von Fluoreszenzfarbstoffen basiert. Mit der anschließenden hochauflösenden Mikroskopie gelang es Ihnen, auf Gewebeschnitten simultan sowohl die regulierende MicroRNA als auch das regulierte Protein darzustellen. Dadurch konnten sie die Beziehung auf Ebene einzelner Zellen und sogar innerhalb von Zellen genauer untersuchen. Ein prominentes Ergebnis hierbei war, dass das im Prostatakarzinom gut bekannte Tumorprotein ERG und die regulierende MicroRNA miR-145 niemals zusammen in Tumorzellen auftraten.

 

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickelte das Forscherteam anschlie-ßend exemplarisch ein experimentelles Therapiemodell. Hierfür wählten die Wissenschaftler die MicroRNA miR-143 und das von ihr regulierte Protein uPAR aus, das eine wichtige Rolle für die Tumorausbreitung spielt. In ihrem Therapiemodell zeigten sie, dass die Injektion von miR-143 ausreicht, um das Tumorwachstum entscheidend zu hemmen.

 

In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun diese experimentelle Therapie mit den aktuell in der Klinik angewandten Therapieformen, wie Hormonentzug oder Chemotherapie, kombinieren. Langfristig hoffen die Autoren, mit ihrer neuen Methodik die Behandlung von Prostatakrebs künftig effektiver gestalten zu können.

 

Weiterlesen:

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30933831

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31752594