Unerwünschte Duplikationen und Mutationen durch CRISPR/Cas9

02.03.2020

Das CRISPR/Cas9-System ist eine noch relativ neue Methode aus der Molekularbiologie, um die DNA eines Organismus gezielt zu verändern. Ihre Entwicklung basierte auf der Beobachtung, wie sich Bakterien vor schädlichen Viren schützen. In der Gentechnik funktioniert dieses System nicht nur in Bakterien, sondern in jedem Organismus. DNA-Stränge werden an bestimmten Stellen gezielt „aufgetrennt“ und einzelne Sequenzen können ausgeschnitten, ausgetauscht oder auch neu eingefügt werden. Im Grunde handelt es sich um eine gezielt initiierte Mutation.

Eine Forschergruppe aus Münster hat nun eine Studie veröffentlicht, die Zweifel an der Genschere nährt: Das Team fand heraus, dass sich mit CRISPR/Cas9 erzeugte Gensequenzen von selbst duplizieren und dies mit Standard-Testverfahren nicht zu entdecken ist. Die größte Gefahr liege vor allem in etwaigen Mutationen, die durch das CRISPR-System hervorgerufen würden. Sie könnten zu schwerwiegenden Fehlern bei der menschlichen Gentherapie führen – gerade den Anwendungen, wegen denen CRISPR zum Hoffnungsträger der molekularen Forschung aufstieg.

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32095517