Hochdruckmedikamente ohne Einfluss auf erektile Dysfunktion

12.03.2018

Viele Patienten machen Hochdruckmedikamente für ihre nachlassende Erektionsfähigkeit verantwortlich. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit Berichte, nach denen einige Wirkstoffe die Potenz vermindern. Im Verdacht standen vor allem Betablocker und Diuretika, aber auch für Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und AT1-Blocker gab es Hinweise, so der Vorstand der Deutschen Hochdruckliga.

Inzwischen gibt es jedoch neue Erkennt-nisse. In der HOPE-3-Studie wurde die Wirksamkeit von zwei Blutdruckmedikamenten (dem AT1-Blocker Candesartan und dem Diuretikum Hydrochlorothiazid) und einem Cholesterinsenker (Rosuvastatin) bei mehr als 12.000 Menschen getestet. 2.153 männliche Teilnehmer der HOPE-3-Studie, die zu Beginn der Studie durchschnittlich 61,5 Jahre alt waren, wurden zudem hinsichtlich einer Korrelation der Medikamente mit einer erektilen Dysfunktion untersucht. Weder unter der Behandlung mit den Hochdruckmedikamenten noch mit dem Cholesterinsenker kam es häufiger zum Auftreten einer neuen erektilen Dysfunktion als in den Vergleichsgruppen, in denen die Patienten nur Placebos erhielten.

Die Ergebnisse der Studien mit einer Behandlungsdauer von 5,6 Jahren bestätigen die Erfahrungen der Studienleiter. Dies träfe insbesondere für die untersuchte Kombination AT1-Blocker/Thiaziddiuretikum zu, aber aufgrund früherer Untersuchungen wohl auch für ACE-Hemmer, andere AT1-Blocker und Kalziumantagonisten. Ohne negative Effekte erwiesen sich auch selektive Betablocker und der gefäß-erweiternde Betablocker Nebivolol.

Allerdings hatten die Medikamente das Neuauftreten einer erektilen Dysfunktion auch nicht verhindert. Die Wissenschaftler hatten gehofft, dass eine Normalisierung von Blutdruck und Cholesterin die Patienten genauso vor einer erektilen Dysfunktion bewahrt, wie sie vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt.

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29275880