Innovative Plattform für 3D-Endoskopie und Befundung von Harnblasentumoren

09.03.2018

Mit der Entwicklung eines neuen Endoskopiesystems und einer digitalen Befund-Plattform soll die Diagnose und Verlaufskontrolle bei Blasenkrebs deutlich verbessert werden. Das ist das Ziel des Forschungskonsortiums „RaVeNNa 4pi“, das vom Universitätsklinikum Freiburg unter der Federführung des ehemaligen DGU-Eisenberger-Stipendiaten Prof. Dr. Dr. Arkadiusz Miernik geleitet wird und dem acht weitere Partner aus Hochschule und Industrie angehören. Das modifizierte Endoskop ermöglicht es Ärzten, bei einer Blasenspiegelung automatisiert Fotos zu machen, aus denen der Computer sofort eine 360-Grad-Aufnahme der Blaseninnenwand erstellt. Die so erstellten Bilder sollen deutlich einheitlicher sein als die bisher verwendeten Einzelaufnahmen und allen behandelnden Ärzten und den Patienten in einer digitalen Datenbank zur Verfügung stehen.

Bisher erstellt ein behandelnder Urologe bei jeder Spiegelung mehrere Bilder, setzt daraus von Hand ein Bild der Gesamtblase zusammen und vergleicht es mit früheren Aufnahmen. Werden die Bilder von unterschiedlichen Ärzten angefertigt, kann deren Vergleichbarkeit sehr erschwert sein. Zusammenfassend trägt die aufwendige Nachsorge von Blasenkrebspatienten wesentlich dazu bei, dass diese Erkrankung die höchsten krebs-spezifischen Kosten aller menschlichen Tumore verursacht.

Neben dem Universitätsklinikum Freiburg sind die Technische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Hoch-schule Furtwangen, die Klinik für Urologie in Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und fünf Industrie-partner am Vorhaben „RaVeNNA 4pi“ beteiligt.

Das 4,5 Millionen Euro schwere Projekt, das im Februar 2018 begann, wird für drei Jahre mit insgesamt 2,8 Mio. € vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Weitere 1,7 Mio.€ tragen die Industriepartner zum Projekt bei. Rund 460.000 € gehen an die Sektion für Urotechnologie der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Weitere Informationen:

https://www.uniklinik-freiburg.de/urologie/urotechnologie.html