μBone will Mechanismen der Knochenmetastasierung bei Prostata- und Mammakarzinomen aufklären

16.07.2018

In dem neuen bundesweiten Schwerpunktprogramm 2084 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeiten Mediziner und Naturwissenschaftler in den kommenden sechs Jahren eng zusammen, um Knochenmetastasen nach einer vorherigen Prostata- oder Brustkrebserkrankung frühzeitig zu erkennen und deren Entstehung zu verhindern. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden haben dabei die Koordination übernommen. Insgesamt stehen 7,8 Mio. € für das Schwerpunktprogramm „μBONE – Kolonisierung und Interaktionen von Tumorzellen innerhalb der Knochenmikroumgebung“ zur Verfügung.

Jeder achte Mann sowie jede achte Frau erkrankt im Laufe des Lebens an Prostata- beziehungsweise Brustkrebs. Diese beiden Karzinome sind bei den beiden Geschlechtern somit die am häufigsten auftretenden Krebsarten. Es sei leider oft klinischer Alltag, dass die Mediziner Patientinnen mit Brustkrebs und Patienten mit Prostatakrebs sehen, deren Tumorerkrankung bereits vor mehreren Jahren besiegt schien, bei denen die Krankheit aber in Form von Knochenmetastasen zurückgekehrt sei, so Lorenz Hofbauer, Koordinator des μBONE-Konsortiums. Die Folge seien Knochenbrüche, starke Schmerzen und eine Einschränkung der Lebensqualität.

Gerade das Prostata- und das Mammakarzinom neigen bei fortgeschrittener Erkrankung in bis zu 80 % der Fälle zur Ansiedlung in den Knochen. Dann halten die Krebszellen im menschlichen Körper im Knochenmark über Jahre hinweg eine Art „Winterschlaf“ und zerstören dann nach ihrem Erwachen den relativ schnell die Knochensubstanz.

Die Forscher wollen nun die einzelnen Prozesse besser verstehen, die zu dieser Entwicklung führen:

  • Warum fallen Krebszellen im menschlichen Körper in diese „Winterstarre“?
  • Was weckt sie wie wieder auf?
  • Warum metastasieren ausgerechnet Brust- und Prostatakrebszellen in die Knochen?
  • Welche Kommunikationswege fördern die Manipulation der Knochenzellen zugunsten des Tumorwachstums?
  • Wie schaffen es diese Zellen, sich vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken?

Die genauen Mechanismen und die einzelnen Entwicklungsschritte der Knochen- und Tumorzellen auf dem Weg zur klinisch erkennbaren Knochenmetastase sind unzureichend erforscht, stellen aber eine Grundvoraussetzung für eine frühzeitige Diagnose sowie eine verbesserte Prävention und Therapie dar. Ziel ist es daher, die Entstehung von Knochenmetastasen besser zu verstehen. Mit dem Schwerpunktprogramm 2084 der DFG soll dazu ein wichtiger Beitrag geleistet werden.

Forscher des μBone-Konsortiums stellen ihre Ziele und Projekte auch im Rahmen des kommenden AuF-Symposiums vom 6.-8. Dezember in Mainz vor.

Weitere Informationen:

http://www.uniklinikum-dresden.de/mk3

http://www.bone-lab.de