AHNAK2: Neuer Biomarker für aggressiven Blasenkrebs?

19.02.2019

Da das Carcinoma in situ äußerst aggressiv ist, muss Patientinnen und Patienten bisher im Zweifel die Blase entfernt werden, auch auf die Gefahr hin, dass sie nur eine Entzündung haben. Um die Diagnostik zu vereinfachen und Patienten unnötige Operationen zu ersparen, suchte ein Bochumer Forscherteam nach einem passenden Biomarker. Dazu sammelten sie Gewebeproben mit hochgradigem Karzinom und Entzündung aus Zystektomien.

Die Proben wurden anschließend digital auf Basis von Infrarotspektren klassifiziert. Mit diesem neuartigen Verfahren konnten die Biophysiker in unbehandelten Gewebeproben automatisch und Label-frei homogene Regionen jeweils von Tumor und Entzündung eingrenzen. Mit der Lasermikrodissektion wurden die identifizierten Geweberegionen dann automatisiert ausgeschnitten werden. Mittels proteomischer Analyse wurden in den selektierten homogenen Gewebeproben mehr als 2.000 Proteine identifiziert. Im Vergleich zu entzündlichem Gewebe wurden im Tumorgewebe etwa 80 dieser Proteine unterschiedlich stark exprimiert. Die drei interessantesten dieser Biomarker-Kandidaten wurden daraufhin geprüft, ob sie sich für den diagnostischen Einsatz anfärben lassen und auch in großen Patientenkohorten verändert sind. Schließlich blieb mit dem Protein AHNAK2 ein aussagekräftiger und praktikabler Biomarker übrig.

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30770125